BERNER BILDUNG: DIE REFORM DER REFORM DER REFORM ...

SCHÜBE? NEIN DANKE!
Ja, die bekomme ich langsam. Als Primarlehrer an der Berner Volksschule bin ich seit Jahren damit beschäftigt, den Eltern und Schülern zu erklären, warum das Zeugnis schon wieder neu aussieht, warum es jetzt wieder Noten gibt oder schon wieder keine mehr, warum jetzt doch wieder (k)ein Gespräch stattfindet, und, und, und...
SCHÜBE steht für die reformierte SchülerInnebeurteilung von 2003, die ein Jahr später (nach Protesten von Lehrern, Eltern und Schülern) durch die  Beurteilung 04 abgelöst wurde. Die Reformwut der Erziehungsdirektion (ERZ) kennt keine Grenzen mehr. Ob all der Reformen gerät die Schule, geraten vor allem die SchülerInnen völlig ins Hintertreffen. Für die SchülerInnen, für die Schule muss jetzt wieder Zeit aufgewendet werden. Damit die Kinder wieder unbeschwert lernen und die Lehrer wieder mit Freude lehren können muss der ERZ ein temporäres Reformverbot auferlegt werden! Zudem sollten all die SchreibtischtäterInnen da obligatorisch wieder mal eine Woche unterrichten müssen um zu sehen, was sie mit ihren zum Teil abstrusen Ideen angerichtet haben. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Wissenstand Ende der 9. Klasse heute um einiges abgenommen hat gegenüber vor 20 Jahren.

Und was die Beurteilung der SchülerInnen angeht sollte sich die ERZ vielleicht, statt Millionen für schön bedrucktes Zeugnispapier auszugeben, mal mit den abnehmenden (Lehr-)Betrieben zusammensetzten und einen Standart entwickeln, damit Schüler, Lehrmeister und Lehrer eine Kommunikation aufbauen können, die wirklich nützt und verfängt.

SCHULSTANDARTS
Wie kommt es, dass in einigen Schulhäusern über 50% der SchülerInnen in die Sekundarschule kommen und in andern vielleicht 2 oder 3 Schüler? Seit die Sek-Prüfung abgeschafft wurde ist die Anzahl Kinder die man in die Sek bringt so was wie ein Gradmesser für gute Lehrer und Schulen geworden. "Gute Lehrer bringen viele Kinder in die Sek", lautet der Irrglaube.
Die Wiedereinführung der Sek-Prüfung würde hier Gewissheit bringen und einen gewissen Standart garantieren - auch für die abnehmenden Sek-LehrerInnen. zudem wüssten die Kinder, was sie können müssen für einen Übertritt. Und es wird nicht mehr dem Lehrer und den Eltern alleine überlassen, ob der Sohn oder die Tochter "sek-tauglich" sind. Eine Sek-Prüfung als zusätzliches Element im Übertrittsverfahren bringt eine neue Objektivität in die Beurteilung. 

Weitere Positionen:
• gegen die "Intergartion (Art. 17), wie sie die Stadt Bern durchdrücken will
• für die Erhaltung der Kleinklassen-Kommission in der Stadt Bern
• Umgang mit Computern und Internet ab der 1. Klasse
 

LINKS
Bildungsblock (Matthias L. Vatter)
Artikel in «Bildung Schweiz» zu Schübe
Erziehungsdirektion des Kantons Bern
LehrerInnengewerkschaft LEBE

 

  "Ein klarer Auswärtssieg, so viel steht fest. Aber sie wollen doch nicht etwa auch noch die Mannschaften von mir wissen???"