NACHTLEBEN, POLIZEISTUNDE & IGLU
NEBEN- STATT GEGENEINANDER
DIE STADT LEBT
Als ich noch jung war ;-) hat Bern nicht so gelebt wie heute. In den letzten 20 Jahren hat sich in Bern und andern Städten im Kanton eine bunte, interessante und vielfältige Club-, Restaurant- und Barszene gebildet. Nur hat die Politik dummerweise damit nicht Schritt gehalten. Noch immer wird in Bern zum Beispiel davon ausgegangen, dass die Altstadt eher ein Ballenberg-Museeum zu sein hat als Teil einer lebendigen Hauptstadt.
Aber was nützten die beste Szene, das reichhaltige Nachtleben, wenn um 00.30 Uhr Schluss ist? Mit der Initiative «polizeistunde.ch» habe ich, zusammen mit Politikern und Interessierten aus verschiedensten Ecken und Lagern versucht, die Polizeistunde abzuschaffen - der Grosse Rat hat dieses Anliegen im Juni '06 gutgeheissen und der Regierung überwiesen. Seit einem halben Jahr könnten Klubs mit einer Überzeitbewilligung durchgehend offen halten.
LEBEN MACHT LÄRM
Doch, liebe AnwohnerInnen der Altstadt und Matte, in Biel und Interlaken, in Burgdorf und auf der Süri - ich verstehe euer Anliegen, euer Bedürfnis nach Schlaf und dass euch die Vandalenakte udn die Pisserei in euren Hausfluren "auf den Sack gehen". Aber das Gegeneinander, das ent- oder weder zwischen Wohnen und Nachtleben bringt niemandem etwas. Es gilt für die "Nachtlebenden" zu akzeptieren, dass AnwohnerInnen ein Ruhebedürfnis haben - aber es gilt umgekehrt auch zu akzeptieren, dass man als in der (Haupt-)Stadt lebender Mensch ein gewisses Mass an Lärm zu tolerieren hat. Leben macht Lärm.
Damit es aber nicht getan. Sowohl mir «polizeistunde.ch» als auch mit der Interessengemeinschaft lebendige Unterstadt IGLU habe ich bewiesen, dass ich nicht nur "plaudere" sondern auch konstruktive Vorschläge zur Verbesserung der Situation für alle Seiten präsentieren kann. Mittlerweile und nach 2 Jahren kommt die Stadt in der Matte langsam auf den Geschmack der IGLU-Vorschläge.
WENIGER VORSCHRIFTEN, BITTE!
Auch sonst kriegt man den Eindruck, dass die Stadt alles Erdenkliche versucht, um dem Boom an gemütlichen Strassencaffees & Out-door-Restaurants einhalt zu gebieten. Das Uneso-Welterbe hat gefälligst nüchternbis karg zu sein. Viel zum Stadtbild haben die Vorschriften gegen Plastiktische- und Stühle beigetragen ... MNur: Die Flut an Vorschriften von der Idee, ein Restuarant, eine Bar zu eröffnen bis zur Eröffnung (oder meistens bis zum Fallen lassen der Idee) stehen einem soooo viele Vorschriften im Weg, dass die wenigsten Projekte bis zur Realisierung kommen - trotz hoher Arbeitslosigkeit udn nachgewiesenem Bedürfnis.
LINKS
www.polizeistunde.ch
www.ig-lu.ch
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