VERKEHR(te Welt)

Stell dir vor, die Grenzwerte werden dauernd überschritten und niemand tut was...

ENDLICH REAGIEREN
Kennen Sie den Ozonticker der Stadt Bern? Hier wird feinsäuberlich darüber informiert, welche Luftschadstoffe welchen Grenzwert wie oft überschreiten. Und dann? Dann wird Kindern und Alten empfohlen, über Mittag nicht raus zu gehen und Sportlern wird nahegelegt, aufs Joggen zwischen 12.00 und 16.00 Uhr zu verzichten. Und was ist mit den Verursachern, dem Verkehr? Der rollt, und rollt, und rollt...

Wann werden endlich griffige Massnahmen eingeführt wie in Italien oder Griechenland. Ozon zu hoch = Fahrverbot in der Stadt. Zumindest für die mit geraden oder ungeraden Nummern. Was bei den autoverliebten Italienern geht muss doch hier auch zu machen sein, oder?

öV FÖRDERN UND MASS HALTEN
"Die Grünen wollen mir nur das Auto fahren vermiesen". Diesen Satz hab ich in Bümpliz beim Flyer verteilen sicher 100 Mal gehört. Wer sich non mir das fahren vermiesen lässt ist selber schuld - und die Umwelt wird es danken. Nein - ich will niemandem etwas vermiesen. Aber das eigene Fahrverhalten überdenken ist schon viel wert. Ich besitze einen Audi A2, fahre gerne - aber eben mit Vernunft.

Eine Frage der Vernunft ist auch der Gebrauch von Off-Roadern in der Stadt. Diese klobigen grossen Fahrzeuge verbrauchen bis zu 13 Liter/100 km - und "dank" ihrer massiven Bauweise sind die Verletzungen bei einem Zusammenstoss bedeutend grösser als bei einem "normale" Fahrzeugen. Die eingereichte Offroader-Initiative ist zwar vom Gedanken her interessant (Wirklich: Wozu braucht man in der Berner Innenstadt einen 4x4 getriebenen Jeep Jerokee??? City Jungle of Bern?) - mit einem Verbot wird man aber dem Problem wohl kaum Herr werden. Zudem gibt es meines Erachtens viele ungelöste rechtliche Probleme. Aber es ginge ja noch einfacher: Nicht nur Offroader raus aus der Innenstadt - verkehrsfreie Innenstadt.

Aber eben: Statt den Bestrebungen, den motorisierten Individualverkehr MiV jede erdenkliche Unterstützung zukommen zu lassen wird im Moment über die Streichung von Angeboten im öV und Preiserhöhungen für Pendler/innen nachgedacht. Geits eigentlech no??? Nur mit einem gut ausgebauten Netz des öffentlichen Verkehrs (auch Nachts und am Wochenende - und auch in Aussenquartieren) bewegt man Menschen zum Umsteigen. Und vielleicht begreifen die Menschen halt einfach erst, wenn ihr Baby zu husten beginnt - und nicht mehr aufhört....

AUTOFREIER BAHNHOFPLATZ? JA!
Einen ersten Schritt hat Bern gemacht: Innert kürzester zeit haben über 7'000 Berner/innen die Volksinitiative für einen autofreien Bahnhofplatz unterzeichnet. Denn der verkehr muss wirklich nicht über diesen Platz rollen. Der Umbau hat gezeigt: Mit einem sanften Ausbau der Westtangente (Parking Grosse Schanze) kann der Verkehr um den Bahnhof herum geleitet werden. Also los!